Wohnungen stromsparend ohne Klimageräte kühl halten

  • By camille.muller
  • Publiziert vor 2 Monaten

Der Klimawandel beschert uns immer öfters heißere und längere Hitzewellen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, es wirkt sich auch auf die Gesundheit der Menschen aus und kann zu Trägheit, Schwindel, Kopfschmerzen und Herz-Kreislaufproblemen führen.

Sobald es zu warm wird, werden dann auch die Klimaanlagen eingeschaltet. Dabei sollte man wegen der schlechten Umweltbilanz auf solche Apparate grundsätzlich verzichten, denn mit ein paar cleveren Tricks kann die Wohnung ohne Klimaanlage kühl gehalten werden. Mit Hilfe von Sonnenschutz, richtigem Lüften, dem Einsatz von Ventilatoren und dem Vermeiden von Wärmequellen kann schnell und (fast) ohne zusätzliche Kosten auf natürliche Weise „klimatisiert“ werden.

Vor allem im Sommer werden mobile Klimageräte von den Baumärkten und Discountern verstärkt angeboten. So wird ein Klimagerät trotz seiner ökologischen Unverträglichkeit mit einem Energielabel der Klasse A++ schon als „umweltfreundlich" angepriesen. Der Kunde achtet schlussendlich nicht auf den hohen Stromverbrauch und schätzt die Belastung für Umwelt und Haushaltsgeld falsch ein. Denn „energiesparend" bedeutet nicht per se umweltschonend, da auch sparsame Klimageräte schnell zum größten Stromverbraucher im Haushalt werden können. Jahresverbräuche von 600 kWh/Jahr und mehr sind so schnell erreicht. Zudem kommt auch noch der Aufwand an Wartung hinzu, um die Maschine nicht zu einer Wohlfühlmaschine für Keime werden zu lassen.

Halten Sie so lange wie möglich Ihre Wohnung kühl!

Meistens wird die Hitze erst unerträglich wenn auch die Wohnung und deren Innenwände warm sind. Je nach baulicher Beschaffenheit und Inneneinrichtung, können sich so hohe Temperaturen längere Zeit in (Bau)Materialien speichern und erst langsam wieder austreten.

Hier einige Tipps:

  • Auf den Sonnenschutz achten! Tagsüber, wenn die Temperaturen in die Höhe klettern, sollte die Sonne möglichst nicht ungefiltert in das Haus scheinen. Fenster lassen sich am besten von außen mit lichtdichten Markisen, Fensterläden oder Rollläden verdunkeln. Vorhänge die von innen die Sonneneinstrahlung stoppen, haben den Nachteil zwischen Vorhang und Fenster einen Hitzestau zu erzeugen. Verdunkeln Sie am Vormittag die Räume zur Seite der aufgehenden Sonne, mittags gen Süden, abends zur Seite der untergehenden Sonne. Beobachten Sie einfach wann die Sonne wo ins Haus scheint.
  • Lüften Sie bei geeigneter Außentemperatur! Am besten ist es, die Wohnung nur nachts und morgens früh zu lüften, bzw. wenn es draußen eben kühler als drinnen ist. Die Querlüftung – also mit mehreren geöffneten Fenstern - ist am effizientesten. Am Tag soll nur bei Bedarf gelüftet werden - sinkt der Sauerstoffgehalt einfach kurz quer- oder stoßlüften um frischen Sauerstoff in die (vorwiegend kleinen) Wohnräume reinzulassen und somit das Raumklima zu verbessern. Wenn es drinnen so warm wie draußen ist, spielt die Dauer der Lüftung keine Rolle und kann dank Querlüftung den Ventilator sogar ersetzen.
  • Hitzequellen ausschalten! Alle elektrischen Geräte, Maschinen, Bildschirme, Beleuchtungen, Geräte im Standby-Betrieb, Ladegeräte und Akkus erzeugen Abwärme, welche die Innenräume zusätzlich aufheizen. Daher alle unnötig eingeschalteten Geräte vom Netz nehmen. Um dies einfacher umzusetzen, können Steckerleisten mit Schalter (und eventuell Zeitschaltuhr) benutzt werden. Geräte mit Wärmeplatten wie Kaffeemaschinen nach Gebrauch sofort abschalten. Vermeiden Sie wenn möglich den Einsatz von hitzeerzeugenden Halogen-Lampen und benutzen Sie Geräte wie den Wäschetrockner wenn möglich an Tageszeiten wo die Hitze abnimmt. Weitere nützliche Tipps zu Geräten im Standby-Betrieb gibt’s im aktualisierten Ratgeber Ferienzeit - auch für den Stromzähler. Die Küche kann an manchen Tagen zum unnötigen Aufheizen beitragen. Kochen, braten und backen Sie wenn möglich zum Schluss der Garphase mit Resthitze. Haben Sie in ihrer Küche eine Dunstabzugshauben mit Abluft nach draußen, führt dieses Gerät die erzeugte Hitze während dem Kochen auf dem schnellsten Wege ab.
  • Ventilatoren nutzen! Luftzug kühlt den Körper ab. Ein Stand-, Tisch- oder Bodenventilator ist dazu am besten geeignet. Im Gegensatz zum Durchzug lässt sich mit solch einem Gerät der Volumenstrom und Luftrichtung nach Wunsch einstellen. Hinzu kommt der Vorteil dass Ventilatoren in Kombination mit den anderen Ratschlägen natürlich günstiger als Klimageräte sind und nur einen Bruchteil der Energie benötigen.

Doch Ventilator ist nicht gleich Ventilator. Beachten Sie, dass langsam laufende Ventilatoren mit einem großen Durchmesser in der Regel angenehmer sind als kleine, schneller laufende (daher oft auch lautere) Modelle. Ein grosser Deckenventilator hat zwar öfters den grösseren Luftstrom, mischt jedoch auch die wärmere Luft an der Decke auf und kann durch seine Bauart nicht anders positioniert werden. Positionieren Sie den Ventilator bei längerem Nutzen nicht direkt an den Körper, so dass ein angenehmer Luftzug erzeugt wird. Für eine optimale Luftdurchmischung kann der Tischventilator auf den Boden gestellt werden, um die dort meist kühlere Luft nach oben zu bewegen.

Eine Liste mit den energieeffizientesten Ventilatoren finden Sie HIER


  • Varia: Auch das Trocknen von Wäsche am Wäscheständer (oder abgestellten Heizung) kann einen senkenden Effekt auf die Zimmertemperatur haben. Die dabei entstehende Verdunstungskälte hält die Räume kühler. Hier jedoch auch auf nachträgliches Lüften achten, wegen der Schimmelpilzgefahr. Auch Zimmerpflanzen, die das Raumklima verbessern, können das Wohlbefinden steigern. Informieren Sie sich bei Ihren örtlichen Blumenhändlern oder Gärtnern über die Eigenschaften von Grünlilie, Aloe Vera, Bambuspalme, Schwertfarn, Drachenbaum & Co. Weiter können (bei Möglichkeit) das Anpassen des Arbeitsrhythmus und die körperliche Belastung, angepasste Kleidung, leichte Kost und genügend Flüssigkeitszufuhr die Hitze erträglicher machen.


Schließlich sorgen eine gute Gebäudedämmung und modern-isolierte Fenster dafür, dass die Frische so lange wie möglich in den Räumen bleibt. Die Farbe der Außenwände spielt auch eine Rolle. Sehr dunkle Wände erhitzen sich unter starker Sonneneinstrahlung bis zu 70°C auf, während weiße Wände nur etwa fünf Grad wärmer werden. Sehr günstig ist auch eine begrünte Fassade (Beispile wilder Wein oder Efeu). Die Pflanzen schützen die Fassade vor Sonneneinstrahlung und verdunsten permanent Wasser, das die Wände abkühlt.

Welche Dämmungen und welches Grün am besten für die verschiedenen Fassaden geeignet sind, können Sie bei der ökologischen Bauberatung des Oekozenter Pafendall nachfragen.


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