​Die Heißluftfritteuse - Sinnvoller Energiesparer oder nur weiterer Platzfresser?

  • By camille.muller
  • Publiziert vor einem Tag

Die Heißluftfritteuse
Sinnvoller Energiesparer oder nur weiterer Platzfresser?

Die Heißluftfritteuse gehört zu den am schnellsten wachsenden Produkten im Segment der kleinen Haushaltsgeräte Europas. Von Philips Anfang der 2010er Jahre auf den europäischen Markt gebracht, verbreitete sie sich rasch weltweit und gehört heute zum festen Angebot vom Fachhandel bis zum Discounter.

Oekotopten.lu listet Heißluftfritteusen derzeit zwar nicht in seinem Produktportal, beschäftigt sich in diesem Artikel jedoch mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen ihre Anschaffung und welcher Gerätetyp aus Umwelt- und Energiesicht sinnvoll sein kann.


Für wen und wann lohnt sich eine Heißluftfritteuse?

Vor dem Kauf sollte genau überlegt werden, welche Größe und welche Funktionen tatsächlich benötigt werden. Wer nur gelegentlich kleine Portionen zubereitet, benötigt meist kein großes Multifunktionsgerät. Umgekehrt spart ein zu kleiner Airfryer keine Energie mehr, wenn er für dieselbe Mahlzeit mehrfach hintereinander betrieben werden muss. Ebenso sollte geprüft werden, ob bereits ein kleiner Backofen oder ein vergleichbar effizientes Gerät vorhanden ist. Denn Herstellung, Transport und spätere Entsorgung verbrauchen ebenfalls Rohstoffe und Energie. Nachhaltig ist eine Heißluftfritteuse deshalb nur dann, wenn sie regelmäßig genutzt wird und tatsächlich einen Backofen ersetzt.

Der Name ist etwas irreführend. Eine Heißluftfritteuse ist keine Fritteuse im klassischen Sinn, sondern technisch gesehen ein kompakter Heißluftofen. Ein Heizelement erwärmt die Luft, die anschließend schnell um die Lebensmittel zirkuliert. Dadurch lassen sich Speisen nicht nur mit deutlich weniger Fett zubereiten, sondern häufig auch mit weniger Strom als in einem großen Backofen. Doch moderne Geräte können weit mehr als nur "frittieren". Je nach Ausstattung eignen sie sich auch zum Garen, Backen, Rösten, Aufwärmen und zum Dörren.


Wann spart eine Heißluftfritteuse tatsächlich Energie?

Der Garraum einer Heißluftfritteuse ist deutlich kleiner als der eines Backofens und muss deshalb wesentlich weniger Luft aufheizen. Zudem entfällt bei vielen Gerichten das Vorheizen. Gerade für kleine Portionen oder Mahlzeiten für ein bis zwei Personen kann sie deshalb deutlich weniger Strom verbrauchen als ein großer Backofen. Wer also regelmäßig kleinere Mengen zubereitet, kann über das Jahr hinweg spürbar Energie einsparen.

Dieser Vorteil gilt jedoch nicht uneingeschränkt. Muss der Airfryer wegen seines kleinen Korbs mehrfach hintereinander betrieben werden, relativiert sich die Energieeinsparung schnell. Für größere Mengen ist dann ein geräumigeres Model nötig. Bei größeren Familienessen bleibt der Backofen hingegen häufig die praktischere und teilweise auch energieeffizientere Lösung.

Als Faustregel gilt: Klassische Airfryer eignen sich vor allem für Haushalte mit bis zu drei Personen. Bei größeren Haushalten empfiehlt sich wegen dem Energie- und Zeitverbrauch entweder ein größeres (multifunktionales) Modell oder weiterhin der Backofen.


Gängige Typen von Heißluftfritteusen

1. Der Klassiker: Einzelkammer-Heißluftfritteuse

Funktion: Eine Schublade mit herausnehmbarem Korb.

Vorteile: Kompakt, einfach zu bedienen und ideal für Pommes, Gemüse, Chicken Wings oder andere kleinere Portionen.

Nachteil: Meist kann nur eine Speise gleichzeitig zubereitet werden.


2. Dual-Zone- oder Doppelkammer-Heißluftfritteuse

Funktion: Zwei getrennt regelbare Garkammern.

Vorteile: Unterschiedliche Speisen können gleichzeitig bei verschiedenen Temperaturen und Garzeiten zubereitet werden. Empfehlenswert ist eine sogenannte Sync-Funktion, damit beide Gerichte gleichzeitig fertig werden.


3. Heißluftfritteuse mit Sichtfenster

Funktion: Entspricht einem Einzel- oder Doppelkammergerät, besitzt jedoch ein Sichtfenster.

Vorteil: Der Garvorgang lässt sich kontrollieren, ohne die Schublade zu öffnen. Dadurch entweicht weniger Hitze, was Energie spart.


4. Multifunktionsofen mit Airfryer-Funktion

Diese Geräte besitzen meist eine Glastür und mehrere Einschübe.

Vorteile: Besonders vielseitig. Häufig gehören Drehspieß, Grillfunktion oder Dörrprogramm zur Ausstattung. Geräte mit Dörrfunktion bieten meist Temperaturbereiche ab etwa 35 bis 40 °C. Viele klassische Airfryer beginnen dagegen erst bei etwa 80 °C. Dadurch lassen sich Obst, Gemüse oder Kräuter schonend trocknen und die Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitern. Gut ausgelastet und oft benutz ist dieser Gerätetyp in Punkto Energie immer noch sparsamer als ein großer Backofen.


PFAS vermeiden und Reparierbarkeit vor dem Kauf prüfen!

Die meisten Heißluftfritteusen besitzen eine Antihaftbeschichtung auf Basis von PTFE, einem Kunststoff aus der Gruppe der PFAS, den sogenannten "Ewigkeitschemikalien".

Daher sollte auf PFAS verzichtet und die verwendeten Materialien vor dem Kauf sorgfältig geprüft werden. Bei einigen Multifunktionsgeräten bestehen Garraum, Gitterroste oder Drehspieße überwiegend aus Edelstahl. Dieser ist langlebig, hitzebeständig und lebensmittelecht. Allerdings können selbst solche Geräte noch einzelne beschichtete Auffangschalen oder Zubehörteile enthalten. Ein Blick in die Produktbeschreibung lohnt sich deshalb.

Die europäische Ökodesign-Verordnung (ESPR) sieht vor, dass künftig auch für zahlreiche Haushaltsgeräte strengere Anforderungen an Energieeffizienz und Ressourcenschonung gelten werden. Konkrete Vorgaben für Heißluftfritteusen stehen zwar noch aus, langfristig dürften jedoch auch hier der Stromverbrauch und die Reparierbarkeit stärker berücksichtigt werden.

Bereits heute lohnt es sich, beim Kauf auch auf die Reparierbarkeit zu achten. Wichtig sind ein erreichbarer Kundendienst sowie die Möglichkeit, Ersatzteile nachzukaufen. Ein langlebiges und gut reparierbares Gerät schont Ressourcen und den Geldbeutel und verursacht über seine gesamte Lebensdauer deutlich geringere Umweltbelastungen als ein Modell, das bereits nach einem kleinen Defekt entsorgt werden muss.


Das Wichtigste vor dem Kauf auf einen Blick

  • Genau überlegen, welche Größe und Funktionen tatsächlich benötigt werden.
  • Eine Heißluftfritteuse spart vor allem dann Energie, wenn regelmäßig kleine Portionen zubereitet werden.
  • Wer überwiegend größere Mengen oder für mehrere Personen kocht, soll auf ein ausreichend großes multifunktionales Gerät oder weiter auf den Backofen setzen.
  • PFAS-haltige Antihaftbeschichtungen vermeiden und Geräte mit überwiegend Edelstahl-Innenraum bevorzugen (auf die Produktbeschreibung achten).
  • Informieren Sie sich beim Kauf über die Reparierbarkeit, Ersatzteilversorgung und einen guten Kundendienst. Ein langlebiges Gerät schont Ressourcen, Geldbeutel und Umwelt.


Ausgewählte Produkte