Ratgeber: Kochfeld Drucken PDF

Kaufberatung

Es gibt folgende Bauarten von Kochfeldern:

  • Gaskochfeld :
+ Sehr schnelle Regulierung der Hitze
+Kostengünstigste (eine kWh Erdgas kostet nur etwa 20 % im Vergleich zu einer kWh elektrischem Strom)
+ umweltfreundlichste Art, der CO2-Ausstoß ist nur halb so groß wie beim Elektrokochfeld
+ Einsatz in Gebieten ohne Stromversorgung problemlos möglich - Verbrennungs- und Brandgefahr durch offenes Feuer
>- Unfallgefahren mit höherem Risiko für die Umgebung bei unsachgemäßer Handhabung

  • konventionelles Elektrokochfeld : Scheiben aus Gusseisen mit innenliegenden Heizelementen.
+ jedes Kochgeschirr ist geeignet - schlechte Reaktionszeit
- hoher Stromverbrauch

  • Halogen- oder Infrarotkochfeld :
+ gegen Infrarotstrahlung sind keine Vorbehalte bekannt
+ jedes Kochgeschirr ist geeignet - erhöhter Stromverbrauch
- etwas teurer als konventionelle Kochfelder

  • Induktionskochfeld :
+ Sehr geringe Reaktionszeit (ähnlich wie Gaskochfelder)
+ 30 % schnelleres Ankochen
+ kühle Kochplatte, da diese sich nicht selbst erwärmt (schützt kleine Kinderfinger)
+ einfache Reinigung, Lebensmittelreste brennen kaum ein
+ Geringer Stromverbrauch 30 % gegenüber Halogen- oder Infrarotkochfeldern - Höherer Kaufpreis
- Töpfe mit Eisenboden (-Einlage) erforderlich (Test mit Magnet: muss gut haften)
- Es gibt Modelle mit hohem Standby-Stromverbrauch
- Elektromagnetisches Feld des Induktionsgenerators (diese Industriefrequenz hat sich bisher als unproblematisch erwiesen, im Gegensatz etwa zu Mikrowellen, welche sorgfältig abgeschirmt werden müssen)

Die Folgende Tabelle stammt aus einer Testreihe der Stiftung Warentest. Hier werden Energieverbrauch und CO2-Ausstoß der einzelnen Bauarten verglichen. Alle Angaben gelten für das Erhitzen von 1,5 Liter Wasser von 15°C auf 90°C.

Medium Zeit(min) Energiebedarf (kWh) CO2-Austoß (g) Energiekosten (Cent) Anschaffung (ab...€)
Klassische Kochplatte El. 10,5 0,26 164 4,50 110
Glaskeramik mit Infrarot El. 8,0 0,22 139 3,80 390
Glaskeramik mit Halogen El. 7,5 0,23 145 3,90 260
Glaskeramik mit Induktion El. 6,5 0,18 114 3,00 1200
Klassischer Gasbrenner Gas 10,0 0,33 70 1,50 200
Gasbrenner auf Glaskeramik Gas 10,5 0,34 72 1,50 390
Gasbrenner unter Glaskeramik Gas 10,0 0,48 101 2,20 1000

Gas ist die umweltfreundlichere und die sparsamste (Kostenpunkt) Art des Kochens. Viele Leute wollen jedoch aus Sicherheits- oder Gewohnheitsgründen kein Gas. Das Halogen- oder Infrarotkochfeld hat zwar einen höheren Stromverbrauch, kann aber durch die niedrigeren Anschaffungskosten punkten. Das Induktionskochfeld erweist sich zwar als das teuerste Kochfeld, zeigt aber deutliche Vorteile im Energieverbrauch, in der Sicherheit und beim Bedienkomfort.

Lohnt sich ein Induktionskochfeld

Die Mehrpreise gegenüber "normalen" Glaskeramik-Kochfeldern sind unter 500 Euro gerutscht. Im "typischen" 4-Personenhaushalt mit 2x täglich warm kochen konsumiert das Kochfeld rund 250 kWh im Jahr. Auf 15 Jahre Nutzungsdauer (durchschnittliche Lebensdauer) hochgerechnet ergibt das 3750 kWh welche Stromkosten von über 550 Euro verursachen (bei 15 ct./kWh). Mit Induktionskochfeldern können rund 30 % davon (165 Euro) eingespart werden. Damit lassen sich die Mehrkosten der Anschaffung energetisch nicht amortisieren. Ausschlaggebend für den Kaufentscheid dürfte daher meist die Zeitersparnis von 30 % und der höhere Kochkomfort sein.

Technische Erklärungen

Wie funktioniert das Induktionskochen?

Die Kochwärme wird nicht unter der Glaskeramik erzeugt (wo hohe Verluste nach unten entstehen), sondern direkt im Topfboden (Pfannenboden), wo die Wärme unmittelbar ins Kochgut übergeht. Die Glaskeramik-Unterlage erwärmt sich nur indirekt wegen des heissen Topfbodens. Die Wärmeerzeugung im Topfboden erfolgt durch induktive Energieübertragung: unter der Glaskeramik befindet sich eine elektrische Induktionsspule, von einem Langwellengenerator (ca. 35 kHz) gespeist. Dies ist sozusagen die Primärseite eines Transformators. Die Sekundärseite ist direkt der Topfboden, welcher magnetisch leitfähig sein muss, also aus Eisen (bzw. eine Eisenschicht enthalten muss). Damit bildet er eine so genannte Kurzschlusswindung, welche die elektrische Energie in Wärme umwandelt.
Gute Kochtöpfe aller Art werden schon seit mehreren Jahren mit induktionsgeeigneten Böden hergestellt; die Eignung fürs Induktionskochen wird auch in den Prospekten vermerkt. Nicht geeignet sind Billig-Töpfe aus Aluminium und Chromstahl (Chromstahl ist nicht magnetisch wie Eisen). Auch die bekannten Espressokrüglein funktionieren nicht auf Induktionsherden. Als Alternative bieten sich hier Geräte mit integrierter Heizplatte an.

Energiesparen durch richtige Nutzung

Der Stromverbrauch eines typischen 4-Personenhaushaltes fürs Kochen und Backen beträgt etwa 450 kWh/Jahr, also etwas mehr als der Kühlschrank-Verbrauch. Dabei entfallen meist mehr als die Hälfte auf die Herdplatten, weniger als ein Viertel auf den Backofen und der Rest auf Spezialkochgeräte wie Kaffeemaschine, Wasserheizer oder Eierkocher. Diese Spezialgeräte sind übrigens immer effizienter als die Herdplatte (jeden Typs), ausser wenn das Gerät einen Stand-by-Verbrauch aufweist! (also eine dauernd "wachsame" Elektronik eingebaut hat, z.B. mit Schaltuhr).
Dass der Backofen im Vergleich zu Kochplatten ein Energieverschwender ist, wissen die wenigsten Alltagsköche. Schon das Aufheizen auf 250°C braucht auch bei einem modernen Backofen mehr Strom als das Aufkochen von 3 Liter Wasser! Etwas günstiger wird die Bilanz, wenn ganze Mahlzeiten im Heissluftofen auf mehreren Etagen zubereitet werden. Enorm verschwenderisch ist die Feinschmeckermethode des Überbackens von Gerichten, die vorher auf dem Herd gekocht wurden. Weitere Einsparungen können mit folgenden Punkten erzielt werden:

  • Spezialkochgeräte einsetzen, wo sinnvoll; dabei möglichst auf Stand-by Betrieb verzichten.
  • Tiefgekühltes möglichst nicht auf dem Herd oder in der Mikrowelle und schon gar nicht im Backofen auftauen. Wer die Gefrierkälte nochmals nutzen will, legt Aufzutauendes einen Tag zum voraus oben in den Kühlschrank (in Schale, tropft).
  • Passen Sie die Kochtöpfe an die Größe der Kochstelle an: Der Boden des Topfs sollte etwa 1 cm größer sein; bei einem zu kleinen Topf geht rundherum Wärme verloren.
  • Kochen und braten Sie – soweit wie möglich – mit Deckel: Ohne Deckel brauchen Sie wesentlich länger, und Sie verlieren viel wertvolle Energie. Energieeinsparung : 65% -75%
  • Der Kochtopf sollte keinen gewölbten Boden haben, da die Wärmeabgabe der Kochplatte an den Topf durch die dazwischenliegende Luft verschlechtert wird. Energieeinsparung : 10 % - 30%
  • Der Dampfdruckkochtopf – auch "Schnellkochtopf" genannt – kommt mit wesentlich kürzeren Garzeiten für die Speisen und weniger Energie aus; die Speisen sind schneller fertig, sehen appetitlicher aus, sind gesünder und schmecken häufig besser.
  • Nutzen Sie ruhig die Restwärme aus. Eine Kochplatte gibt, einmal aufgewärmt ihre Wärme langsam ab. So können Sie ohne Probleme gute 3 Minuten lang auf der Restwärme weiter kochen ohne deswegen „schlechter“ zu kochen. (Ausnahme Gas- und Induktionskochfeld)
  • Wenn Sie nur kleinere Mengen an Nahrungsmitteln zubereiten wollen, dann ist das Mikrowellengerät eine besonders schnelle und stromsparende Lösung.
  • Bei Nudeln, Kartoffeln und ähnlichem sollte man nicht mehr Wasser zum Kochen benutzen, wie nötig ist. Es reicht völlig aus, wenn das Wasser den Inhalt gerade mal bedeckt. Alles überflüssige Wasser muss zusätzlich aufgeheizt werden und verschwendet Energie.
Letzte Änderung: 01.02.2016