Nachhaltiger Kaffee aus Kaffeekapseln ? Nicht die Bohne!

  • By camille.muller
  • Publiziert vor 6 Jahren

Als das Internetportal Oekotopten 2012 seine Liste mit den energieeffizientesten Kaffeevollautomaten vorstellte, verzichtete man bewusst auf sogenannte Kaffeekapselmaschinen. Obwohl auch diese in erster Linie energieeffizient sein können, gibt es andere zahlreiche Gründe auf Kapselmaschinen zu verzichten.

In den letzten Monaten häuften sich die Berichte in den Medien über den Abfall, der durch Kaffeekapseln entsteht. Ob die 1 Gramm Alu-Kapsel oder die etwas schwerere Kunststoffkapsel, beide verursachen weltweit wahre Müllberge. So schätzt man z.B. in Deutschland den jährlichen Müllberg an Plastik-und Alukapseln durch Kaffeekapseln auf 4000 Tonnen.

Sollte in der Tat nach fundierten Branchenschätzungen der weltweit größte Kapselproduzent jährlich acht Milliarden Kaffeekapseln verkaufen, würde dies einen Aluminium-Berg von acht Millionen Kilo ergeben. Auch wenn in einigen Ländern ein Recyclingsystem besteht, bedeutet dies immer noch einen enormen Ressourcenverbrauch. Im Benelux-Raum existiert zwar auch ein Recycle-Programm des Branchenführers, doch wie viel in der Tat bei einer Recycle-Kapazität von 75% wiederverwertet wird, ist nicht nachvollziehbar.

Da seit geraumer Zeit andere Maschinen- und Kaffeehersteller mitziehen wird sich das Problem der Müllberge zuspitzen. So hat die Kaffeekapsel mittlerweile auch schon den Discountmarkt erobert. Nicht nur die Herstellung des Kaffees erfordert einen gewissen Energieaufwand. Neben den enormen Mengen an Energie für die ressourcenintensive Produktion der Kapseln kommen noch Umweltbelastungen hinzu. Der Abbau des benötigten Bauxits fordert nicht nur die Ausbeutung eines Rohstoffes, hinzu kommt auch das Abholzen des Regenwaldes. Schlussendlich bringt die Produktion von einer Tonne Aluminium das Sechsfache an giftigem Schlamm hervor, da man mit hochgiftigen Natriumlaugen das Aluminium aus dem Bauxit lösen muss, bevor man es verarbeiten kann.

Aus gesundheitlicher Sicht ist auch noch nicht geklärt inwieweit beim Durchstoßen der Alukapsel, dem mechanischen Abrieb und dem Hochdruck bei der Zubereitung mit heißem Wasser, der Kaffee mit Aluminium belastet wird.

Kunststoffkapseln, die noch zusätzlich einen Deckel aus Aluminium verwenden, sind keine Alternative, da Mischmaterialien noch schwerer zu recyceln sind. Kaffeekapseln aus biologisch abbaubarem Material kann man nicht auf den hauseigenen Kompost geben, da sie nur unter extremen Bedingungen kompostierbar sind. So landen auch diese Kapseln auf den Müll. Zudem stammt der Anbau für diese Materialien womöglich aus umweltbelastenden Monokulturen.Kapselmaschinen beschränken den Konsumenten in seiner Wahl

Auch was die Auswahl des Kaffees angeht, gehören die Kapselmaschinen zu den klaren Verlierern, da keine x-beliebige Kapsel genommen werden kann. Die Hersteller von Kapselmaschinen probieren technisch wie auch rechtlich Alternativkapseln vom Markt fernzuhalten. So können „fremde“ Kapseln beim Gebrauch bewusst technische Probleme oder sogar Schäden an der Maschine hervorrufen.

Als Alternative kann eine vollautomatische Kaffeemaschine mit beliebigen Kaffeebohnen benutzt werden. Der Kaffeetrinker entscheidet hier über die Kaffeesorte, das Anbaugebiet, bio-und/oder fair-hergestellten Kaffee und den Produzenten.

Die Kapselmaschinen mit nachfüllbaren Kapseln zu betreiben ergibt keinen Sinn, da die drei größten Vorteile der Kapseln - die „scheinbar“ perfekte Dosis, praktische Handhabung und die Aromakonservierung des gemahlenen Kaffees - im Konzept der zugeschweißten Kapsel liegen. Auch hier haben vollautomatische Maschinen die Nase vorn, da man die Maschine nach Belieben selbst einstellen kann und der Kaffee kurz vor dem Brühen frisch gemahlen wird. So findet man unter www.oekotopten.lu Maschinen, bei denen der Mahlgrad, die Wasserdosierung und bei manchen sogar die Wassertemperatur einstellbar sind. Den Kaffeesatz zum Kompostieren und Düngen gibt’s gratis dazu.

Fünffacher Preis für mehrfachen Müll

Der Kaffeepreis der Kapseln liegt bedeutend höher als der herkömmlich verpackter Bohnen. Eine Kapsel des Branchenführers ist ab 35 Cent erhältlich. Bei circa sechs Gramm Kaffee pro Kapsel bezahlt man um die 60 Euro pro Kilo. Auch Kapselkaffee aus dem Discounter ist immer noch dreimal teurer als loser Kaffee. Ein „Mehr“ erhält man nur in Form von Verpackungsmüll, von der Schachtel bis zur Kapsel.

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