Ratgeber: Drucker und Multifunktionsgeräte Drucken PDF

Viele Drucker werden aus Kostengründen von mehren Büroangestellten gemeinsam genutzt. Verständlicherweise werden die Geräte nach dem Drucken eines Dokumentes nicht komplett vom Strom getrennt. Kurz nach dem Druckvorgang verfallen die Geräte in ihren Dornröschenschlaf. Standby-Modus nennt man diesen Zustand, der mit 60% am stärksten am Gesamtstromverbrauch des Druckers verantwortlich ist. Die übrigen 40% Stromverbrauch im Normalbetrieb tragen den Rest zur hohen Stromrechnung bei. Der schleichende Stromverbrauch im Standby-Modus summiert sich bei vielen Geräten auf über 100 € während der Lebensdauer der Drucker. Wie bei allen elektrischen Geräten gilt auch hier auf den Standby-Verbrauch beim Kauf zu achten. Angaben zum Verbrauch finden Sie im Datenblatt des Gerätes, welches Sie bei der Suche nach einem neuen Gerät eingiebig studieren sollten. Die OekoTopten-Geräte zeichnen sich durch minimale Standby- und Aus-Verluste und einen dadurch tiefen Stromverbrauch aus. Das schont die Umwelt und das Portemonnaie.

Checkliste

Gerätekategorien

OekoTopten unterscheidet zwischen Inkjet-/Thermosublimations- und Laser-/LED-Geräten. Geräte ohne Auflageglas werden als Drucker bezeichnet; Geräte mit Auflageglas werden als Kopierer bzw. Multifunktionsgeräte aufgeführt. In der Unterkategorie Spezial-Fotodrucker werden Geräte aufgeführt, die ein maximales Druckformat haben, welches kleiner als A4 ist. Bei den Laser-/LED-Geräten wird zudem zwischen Farb- und Schwarzweiß-Geräten unterschieden und sie werden nach der Druckgeschwindigkeit unterteilt.

Kaufentscheid

Vor der Anschaffung müssen folgende Fragen geklärt werden:

  • Werden farbige Ausdrucke benötigt?
  • Wird hauptsächlich kopiert oder gedruckt?
  • Wird die Faxfunktion wirklich benötigt? (Diese kann zu viel höheren Leerlaufverlusten führen.)
  • Muss das Gerät Papier im A3-Format verarbeiten können oder genügt A4?
  • Soll das Gerät als Netzwerkdrucker verwendet werden?
  • Wie viele Seiten werden mit dem Gerät monatlich erstellt? (siehe Datenblätter der Geräte)
  • Wird das Gerät über längere Zeitspannen nicht genutzt?
  • Soll doppelseitig gedruckt und vergrößert / verkleinert werden?
  • Wie viel Platz steht für das Gerät zur Verfügung?

Druck-Technologien

Es gelangen vier unterschiedliche Technologien zum Einsatz:

  • Beim Laserdruck wird der Toner elektrostatisch auf das Papier gebracht und anschliessend durch Wärme und Druck fixiert. LED (Licht emittierende Dioden)-Drucker wenden dasselbe Prinzip an, doch statt eines Lasers tragen LEDs das elektrostatische ‚Bild‘ auf.
  • Beim Tintenstrahldruck (Inkjet) werden winzige Tintentropfen auf das Papier gespritzt.
  • Beim Thermosublimationsdruck wird Farbwachs durch Wärme auf das Papier aufgedampft.
  • Beim Matrix-Druck "stempeln" Nadeln das Papier.

Tintenstrahldrucker (auch bubblejet) bieten sehr gute Farb-Druckqualität zu einem günstigen Anschaffungspreis, führen zu keinen Staub- und Ozon-Emissionen und weisen einen tiefen Gesamt-Energieverbrauch auf. Laser- und LED-Drucker bieten eine bessere Deckkraft auf jedem Papier und wasserfesten Druck. Sie arbeiten in der Regel leiser als Tintenstrahldrucker und sind oft netzwerkfähig. Thermosublimations-Drucker liefern eine besonders gute Farbtiefe und Farbsättigung und werden deshalb vor allem als Fotodrucker eingesetzt. Sie haben aber meistens hohe Anschaffungs- und Verbrauchskosten. Matrix-Drucker finden als normale PC-Drucker kaum mehr Verwendung. Deshalb werden diese Geräte bei OekoTopten nicht mehr berücksichtigt.

Tintenstrahl- oder Laser-Drucker ?

Vorteile Tintenstrahldrucker:

  • geringerer Energieverbrauch beim Drucken
  • fast keine Feinstaubbelastung
  • keine Ozon-emissionen
  • höhere Auflösung (gut bei Fotodruck)
  • kräftigere Farbe  (gut bei Fotodruck)
  • geringere Kosten bei Anschaffung und Patronen
  • schneller Einsatzbereit (aber langsamerer Druck)
  • geringerer Platzbedarf

Vorteile Laserdrucker:

  • Längere Lebensdauer
  • Kein Austrocknen der Tinte nach längerem Nichtgebrauch
  • Kein Ausbleichen der Farben (dauerhafter)
  • geringere Farbverfälschung beim Kopieren
  • leiseres Drucken
  • Druckgeschwindigkeit

Kosten

Neben dem Kaufpreis und den Stromkosten fallen auch die Materialkosten für Toner, Tinte und (Spezial-)Papiere ins Gewicht. Im unteren Preissegment werden die Geräte immer günstiger, dafür muss für das Verbrauchsmaterial oft viel Geld bezahlt werden. Zum Teil werden die Geräte gar unter den Produktionskosten verkauft, um damit den Absatz der firmeneigenen Toner bzw. Tintenpatronen sicher zu stellen.

Geschwindigkeit

Bei der Druck-/Kopier-Geschwindigkeit wird jeweils das Maximum angegeben. Die Angabe erfolgt in p.p.m. (pages per minute) oder i.p.m. (images per minute) = Anzahl A4 Seiten pro Minute (Seiten/min). Die effektive Druck-/Kopier-Geschwindigkeit hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und variiert teilweise beträchtlich.

Format

Für viele Büro-Anwendungen genügt das A4-Format. Für das Kopieren von Zeitungsseiten oder Plänen ist ein A3-Gerät wegen dem größeren Vorlagenglas praktischer. Wenn nur selten A3-Kopien gemacht werden müssen ist das Kopieren in einem Kopiercenter eventuell günstiger als die Anschaffung eines A3-Gerätes.

Auflösung

Die Auflösung wird in dpi (dots per inch = Punkte pro Zoll, 1 Zoll = 2.54 cm), horizontal und vertikal, angegeben. Je höher die Auflösung, desto besser die Wiedergabequalität. In der Regel genügt eine Auflösungen von rund 600x600 dpi. Für Scannen und Spezialanwendungen wie z.B. Fotodruck sind höhere Auflösungen und Spezialpapiere erforderlich.

Umwelt-Labels

Einige Geräte sind mit dem deutschen Umweltzeichen "Blauer Engel" oder dem schwedischen TCO-Label ausgezeichnet. Diese Geräte erfüllen viele zusätzliche Umweltanforderungen wie z.B. recyclinggerechte Konstruktion, tiefe Lärmwerte, tiefe Schadstoff-Emissionen usw. (siehe Infoplus).

Tintenpatronen

Achten Sie beim Kauf eines neuen Tintenstrahldrucker vor allem auf die Preise der Tintenpatronen. Sind getrennte Tanks für jede einzelne Farbe vorhanden? Andernfalls müssen die teuren Patronen gewechselt werden, obwohl ev. nur eine einzige Farbe leer ist! Die Kosten für die Tintenpatronen können den Geräte-Kaufpreis schon nach kurzer Zeit um ein Mehrfaches übersteigen. Alle Gerätehersteller betonen, dass man keinesfalls mit anderen (billigeren) Tintenpatronen drucken soll. Die Stiftung Warentest hat im März 2002 allerdings einen umfangreichen Test publiziert, gemäß dessen Resultaten für viele Anwendungen die Ersatzprodukte genügen. Seit 2006 dürfen in der EU nur noch Drucker mit auffüllbaren Patronen verkauft werden.

Papier

Weißes Büropapier aus Frischfasern braucht zur Herstellung rund dreimal mehr Energie (8 kWh pro kg) als Recyclingpapier. Das fällt ins Gewicht, denn der Bedarf an Herstellungsenergie (so genannter grauer Energie) ist wesentlich größer als derjenige für das Bedrucken. Das doppelseitige Bedrucken von Papier (Duplex) spart also auch Energie!

  • Recyclingpapier: Mit dem ‚Blauen Engel‘ ausgezeichnetes Recyclingpapier ist aus ökologischen Gesichtspunkten die beste Wahl. Diese bestehen zu mindestens 95% aus Altpapier, und im Herstellungsprozess wird auf umweltbelastende Aufhellungs- und Bleichmittel verzichtet. Oft ist Recyclingpapier auch die kostengünstigere Wahl als Frischfaserpapier.
  • FSC-Frischfaserpapiere: Unter den Frischfaserpapieren sind mit dem FSC-Label (Forest Stewardship Council) versehene am umweltverträglichsten. Sie enthalten Holz aus FSC-zertifizierter und somit nachhaltiger Waldwirtschaft. Das ‚FSC-Pure‘-Label garantiert 100% FSC-zertifizierte Rohstoffe, während bei ‚FSC Mix‘ auch Holz aus nicht zertifizierter, jedoch immer kontrollierter Waldwirtschaft verarbeitet wird.
  • Weißes Papier: Besteht größtenteils aus frischen Zellstofffasern. Die Kürzel TCF (Total Chlorfrei) und ECF (Elementarchlorfrei) weisen auf ein chlorfreies Bleichverfahren hin. Wie alle Frischfaserpapiere sind aber auch diese deutlich umweltbelastender als Recyclingpapiere.
  • Fotopapier: Für das Ausdrucken von Fotos oder Grafiken stehen spezielle Fotopapiere zur Verfügung, die dank der glänzenden Oberfläche feine Auflösungen ermöglichen.

Entsorgung

Um die Gewissheit zu haben dass ihre alten Geräte nach allen Regeln der Kunst fachgerecht entsorgt werden, entledigen Sie sich ihrer Altgeräte am Besten in dem nächstgelegenen kommunalen Recyclingzenter. Eine andere Möglichkeit bietet die "SuperDrecksKëscht fir Biirger" im Rahmen ihrer mobilen Sammlung sowie sämtliche Gemeinden einen Abholservice an. Bitte wenden sie sich an ihre zuständige Gemeinde um einen Termin zu vereinbaren. Weitere Informationen sind bei der Ecotrel erhältlich.

Für die Entsorgung der Patronen oder Toner bieten sich zwei Möglichkeiten an:

  • Bei der „Superdreckskëscht fir Biirger“, sowie den kommunalen Recyclingzentren können Sie gebrauchte Patronen und Toner abgeben.
  • Hersteller großer Marken bieten für ihre jeweiligen Druckerpatronen und Toner ein Rückführungsprogramm an. Sie können kostenlos ihre gebrauchten Patronen und Toner an den Hersteller per Post zurückschicken. Diese wiederum verpflichten sich die gebrauchten Teile dem Recyclingprozess zuzuführen. Jedoch werden nur die Metallteile der Patronen und Toner stofflich wiederverwertet. Plastikteile werden allesamt verbrannt, um thermische Energie zu produzieren. Leider bietet auch keiner der Hersteller eine Möglichkeit an Patronen und Toner wiederaufzufüllen, so dass der Kunde gezwungen ist, immer wieder neue Produkte zu kaufen.

Unter folgenden Links finden Sie Details von den jeweiligen Herstellern zum Versand von gebrauchten Patronen und Tonern:

Energieverbrauch

Die auf OekoTopten publizierten Energie-Verbrauchswerte beruhen auf Angaben der Hersteller im „Stand-Alone-Betrieb“. Verlangen Sie vom Hersteller, dass die Energiesparfunktionen auch im Netzwerk funktionieren. Um Wartezeiten nach Nutzungspausen zu verhindern, verbrauchen Kopierer / Multifunktionsgeräte durch ständig beheizte Trommeln viel Energie. Die Geräte werden leider oft nicht in der stromsparendsten sondern in der zeitsparendsten Konfiguration ausgeliefert. Unnötige Stromverluste können Sie vermeiden, indem Sie

  • das Gerät bei Nichtgebrauch vollständig vom Netz trennen; entweder automatisch mit einer Zeitschaltuhr oder manuell mit einer Steckerleiste
  • mit Hilfe der Bedienungsanleitung die Energiespar- und Timer-Einstellungen optimieren oder dies vom Lieferanten einstellen lassen.
Letzte Änderung: 16.01.2013