Ratgeber: Computerbildschirme Drucken PDF

Checkliste

Heutzutage sind Rohrenbildschirme kaum noch anzutreffen, obwohl sie in verschiedenen Anwendungsgebieten teilweise noch besser als die heutige Technik abschneiden. Die geringe Bautiefe, der niedrigere Energieverbrauch und die größeren Bildschirmgrößen sind aber unter anderem Gründe für den Siegeszug der Flachbildschirme.

TCO 99, TCO 03 und TOC 06: Qualitätslabel für Bildschirme

TCO ist das führende Qualitäts- und Umweltlabel für Bildschirme. TCO zeichnet nur Geräte aus, die strenge Vorgaben punkto Ergonomie, Strahlenbelastung und Umwelt erfüllen. Punkto Energie sind die Grenzwerte von TCO jedoch weniger streng als bei OekoTopten. In der Liste von OekoTopten werden daher ausschließlich die energetisch besten unter den TCO-Bildschirmen geführt.

 

Ergonomie

Der Bildschirm sollte mindestens 60 cm von der vorderen Tischkante aufzustellen. Sie schonen damit Ihre Augen und erfassen gleichzeitig einen grösseren Teil des Bildes. Viele Modelle lassen sich um 90° drehen, so dass Sie den Bildschirm im Hochformat vor sich haben. Dies erlaubt z.B. bei einem 15"-Bildschirm die Darstellung eines ganzen A4-Blattes im Hochformat.

Anschlüsse, Kompatibilität

USB-Hub: Erlaubt die Verbindung an den PC oder Mac per USB-Anschluss.
Video-Anschlüsse: Die analoge Schnittstelle ist der Standard. Digitale (DVI) Schnittstellen erfordern auch eine digitale Quelle, also digitales Video oder digitale Grafikkarte. Viele Bildschirme haben heute aber auch einen HDMI-Anschluss. Dieser Anschluss ist Standard bei der Übertragung von hochauflösenden Bildern (HD) für Multimedia-Geräte (TV, Spielkonsole und Bluray-Player) und ist mit dem DVI-Standard kompatibel. Klären Sie Ihre Bedürfnisse gut ab und lassen Sie sich vom Verkaufspersonal beraten. Denn zusätzliche Anschlussmöglichkeiten sind nicht gratis.
Mac-kompatibel: Viele Bildschirme sind ohne Abstriche Mac-kompatibel (Auflösungen für Mac sind im Prospekt meist angegeben).

Technik-Ratgeber

Bildschirmgrösse

Diese wird als Bilddiagonale in Zoll angegeben, wobei ein Zoll 2.54 cm entspricht. Bei den Flachbildschirmen wird die effektiv sichtbare Bilddiagonale angegeben. Allgemein kann angenommen werden, dass ein größerer Bildschirm auch einen höheren Energieverbrauch aufweist. Die Bilddiagonale sollte aber vor allem abhängig von der Distanz der Betrachtung gewählt werden. Für die maximal zu wählende Bilddiagonale gilt folgende Faustformel:

0,85 x  Betrachtungsabstand (in cm) =  Bilddiagonale (in cm)

z.B. Der Bildschirm soll 60 cm entfernt stehen. 0,85 x 60cm  = 51 cm  Bilddiagonale (ca. 20,8 Zoll)

Während beim Fernseher das 16:9-Format das alte 4:3 komplett abgelöst hat scheint es bei den Computerbildschirmen durchaus noch Bedarf an dem alten Seitenverhältnis zu geben. Letztendlich entscheidet hier die Art der Benutzung.

LED

Ein LED Bildschirm ist im Grunde genommen ein LCD-Bildschirm dessen Hintergrundbeleuchtung aus mittels LED's produziert wird. Dies wirkt sich ausschliesslich auf die Dicke des verbauten Displays und auf den Energieverbrauch aus. Qualitätsmerkmale wie Kontrast, Helligkeit und Farbanzahl werden dadurch nicht beeinflusst. Bildschirme bei denen jeder Bildpunkt/Pixel mit einer oder mehreren LED's dargestellt wird wurden bereits auf Messen vorgestellt sind jedoch noch nicht verfügbar.

OLED wird kommen

Die kommenden OLED-Bildschirme mit organischen Leuchtdioden haben neben einer exzellenten Bildqualität und einer sehr flachen Bauweise auch eine höhere Energieeffizienz als alle anderen Gerätetypen. Organische Leuchtdioden versorgen einen Bildpunkt nur mit Strom, wenn er hell werden soll. Bis sich diese zukunftsreiche Technologie auf dem Markt durchsetzt, muss man sich allerdings noch gedulden. Die bisher einzigen erhältlichen Geräte weisen eine maximale Bilddiagonale von 15 Zoll (38cm) auf. Zwar wurden auf der diesjährigen IFA OLED-Fernseher mit großer Bildschirmfläche vorstellt, auf den angegebenen Marktstart von Ende 2012 warten wir aber noch vergeblich.

Bildqualität

Die Bildqualität wird mit verschiedenen Maßen angegeben. Die wichtigsten sind:

Auflösung

Bei den meisten 16:9-Bildschirmen ist die Auflösung bei 1680 x 1050  Bildpunkten, Die Tendenz geht aber hin zu Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Bildpunkten) und sogar höher.

Farbanzahl

Die Mehrzahl der modernen Bildschirme können 16.7 Mio. Farben darstellen. Ein Bildschirm mit geringer Farbanzahl kann trotz hoher Auflösung trübe verschwommene Bilder darstellen.

Kontrast

Gute Kontrastwerte liegen über 1:250 (typisch). Es ist zwischen dem maximal möglichen Kontrast und den typischen Kontrastwerten zu unterscheiden. Neben den „typischen“ Kontrastwert wird oft auch ein „dynamischer“-Kontrastwert angegeben. Der dynamische Kontrast eines Bildschirms wird durch Software- und Hardwareanpassungen wie dem dimmen der Hintergrundbeleuchtung verbessert. Weil die Verfahren hersteller- und modellabhängig sind können diese Werte nicht direkt miteinander verglichen werden.

Helligkeit

Die Helligkeit – auch Luminanz gennant – wird in candela pro quadratmeter [cd/m2] angegeben. Auch hier ist zwischen den typischen und maximalen Werten zu unterscheiden. Gute typische Werte liegen bei 200 cd/m2 oder mehr. Hohe Werte von >400cd/m2 sind jedoch selten sinnvoll, da die Augen bei längerer Betrachtung schneller müde werden.
Die Helligkeit wird von einer Hintergrundbeleuchtung (backlight) gewährleistet. Dies ist meistens eine "Lichtplatte" deren Lichtstärke mit den Jahren abnimmt. Jedoch liegt die Dauer, bis nur noch die halbe Helligkeit erreicht wird, meist bei über 20000 Stunden. Achten Sie auf eine Garantiezeit von 3 Jahren auf den gesamten Bildschirm (also inkl. Backlight).

Betrachtungswinkel

Betrachtungswinkel horizontal und vertikal: Wenn man von der Seite auf einen FlachBildschirm schaut, sieht man unter Umständen nichts als eine graue Fläche. Der Betrachtungswinkel gibt also an, aus welchem Winkel das Bild noch sichtbar ist. Diese Werte sind bei modernen Bildschirmen nicht mehr so problematisch wie früher. Beachten Sie diesen Punkt beim Kauf aber trotzdem: Gute Werte liegen über 70° auf jede Seite. Kleine Betrachtungswinkel können aber sinnvoll sein und den Bildschirm vor ungebetenen Blicken z.B. am Arbeitsplatz schützen.

Fehlerhafte Bildpunkte, Zuverlässigkeit

Bei Flachbildschirmen wird – im Gegensatz zu den Röhrenbildschirmen (CRT’s) – jeder Bildpunkt (Pixel) einzeln angesteuert. Nun gibt es bei der Produktion immer wieder Pixel, die fehlerhaft sind und solche, die während dem Betrieb fehlerhaft werden. Allerdings konnte die Zuverlässigkeit in den letzten Jahren massiv verbessert werden, so dass viele Anbieter auch auf das LCD-Panel 3 Jahre Garantie gewähren.

Energieverbrauch / Standby

Leider weisen auch viele Flachbildschirme im ausgeschalteten Zustand einen Stromverbrauch auf. Die OekoTopten-Bildschirme brauchen im Aus-Zustand weniger als 1 Watt.

Beim Sleep-Verbrauch gilt die Obergrenze von 1 Watt. Nutzen Sie die Möglichkeiten des Energiemanagements an Ihrem Computer. Die sogenannten Bildschirmschoner setzen den Bildschirm nicht in den Standby-Zustand, sondern verdunkeln nur das Bild!

Die Aktivierung des Sleep-Zustandes für den Bildschirm ist einfach und lohnt sich auch dann, wenn das Energiemanagement für den PC selbst nicht aktiviert ist. Klicken Sie auf "Eigenschaften von Anzeige" dann auf "Bildschirmschoner" und wählen Sie kurze Reaktionszeiten für "Bildschirmschoner", "Standby-Betrieb" und "Abschaltung". Der Bildschirm ist bei allen Zuständen (auch bei der sogenannten "Abschaltung") nach Tastendruck oder Mausbewegung innerhalb von Sekunden wieder da.

Quellen: www.hardwareluxx.de ; www.elektronik-kompendium.de

Letzte Änderung: 20.07.2015