Ratgeber: Gefrieren Drucken PDF

Ersatz oder Reparatur?

Diese Frage stellt sich oft, wenn ein Gerät defekt ist. Zwei Studien der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.) und des auf Ökobilanzen spezialisierten Büros ESU-services geben aufschlussreiche Antworten. Aus den Studien geht hervor, dass die Reparaturkosten eines 3-4 Jahre alten Geräts 40% des Preises für ein Neugerät nicht übersteigen dürfen. Bei 5-6 Jahre alten Geräten sollten die Reparaturkosten nicht mehr als 20% und bei Geräten älter als 7 Jahre nicht mehr als 5% der Neuanschaffungskosten übersteigen. Bei Geräten deren Alter über 10 Jahre ist, lohnt der Neukauf sich sowohl aus ökologischer, als auch aus ökonomischer Sicht. Bedingung für diese Angaben ist der Ersatz durch ein neues Geräte der Klasse A+++.

Kaufen Sie hocheffiziente Geräte aus den Oekotopten-Listen, die bei der Effizienzklasse mit A+++ markiert sind. Diese sind im Durchschnitt 60% effizienter als übliche A-Geräte (gemäß Energieetikette).

Die Energieetikette ist eine, von der Europäischen Union, gesetzlich vorgeschriebene Verbraucherinformation. Dieses Etikett enthält Angaben über den Energieverbrauch der Geräte. Alle in den Verkaufs- und Ausstellungsräumen ausgestellten Geräte müssen ein solches Etikett tragen.

Seit Anfang Juli 2012 dürfen durch die Umsetzung der zweiten Phase der Ökodesign-Richtlinie ausschließlich A+, A++ und A+++Geräte verkauft werden. Damit dürfen jetzt auch keine Geräte mit der Klasse A mehr verkauft werden. Auch das Design des Etiketts wurde geändert. Die Klassen E,F und G wurden ganz weg gelassen. Die Berechnungsgrundlagen der Klassen bleiben jedoch identisch. Auf dem Etikett wird das entsprechende Gerät einer der sieben Energieeffizienzklassen (D bis A+++) zugeteilt.

 

 

Kaufberatung

Achten sie beim Neukauf auf das Volumen. Der Bedarf an Kühlvolumen hängt natürlich von den Essvorlieben der Bewohner ab. Als Faustformel gilt aber folgende Größe beim Kühlvolumen: 140 Liter Nutzinhalt für 1 bis 2 Personen, 200 bis 250 Liter Fassungsvermögen für 3 bis 4 Personen. Für jede weitere Person rechnet man rund 50 Liter zusätzlich. Jeder ungebrauchte Liter kostet unnötig Strom und Geld: Pro 100 Liter Nutzinhalt mehr verbraucht ein Kühlschrank knapp 10 Prozent mehr Energie, ein Gefrierschrank sogar zwischen 20 und 30 Prozent. Prüfen Sie daher vor dem Geräteneukauf Ihren tatsächlichen Bedarf!

Es gibt folgende Bauarten von Kühl- und Gefriergeräte:

• Gefriertruhen :Truhen sind geräumig und robust, preiswert und brauchen vergleichsweise wenig Strom. Es gibt sie in allen Größen und ihr Deckel schließt mit eigenem Gewicht. Selbst wenn Dichtungen altersbedingt mürbe werden, sind die Kältelecke klein. Eine Gefriertruhe verbraucht beim gleichen Gesamtvolumen 30% bis 40% weniger Strom als ein Gefrierschrank. Das hat zur Folge, dass ein A++ Gefrierschrank den gleichen Stromverbrauch aufweist als eine A+ Gefriertruhe und dazu noch fast 30 % teurer ist.

• Gefrierschränke: Schränke passen eher in eine Küche, ihre Schubladen erleichtern die geordnete Lagerhaltung. Der Stromverbrauch liegt höher als bei Truhen.

• Kühl-Gefrier-Kombinationen: Kombinierte Geräte gibt es mit Gefrierfächern von rund 30 bis 130 Litern. Sie können bei knappen Platzverhältnissen, geringem Gefrierbedarf oder wenn kein separates Gefriergerät vorhanden ist sinnvoll sein. Insbesondere Geräte mit diversen Sonderfächern sind nicht nur beim Kauf, sondern auch bei den Stromkosten wesentlich teurer.

• Kühlschränke mit oder ohne Gefrierfach: Kühlschränke ohne Gefrierfach sind top-sparsam. Den wer über ein separates Gefriergerät verfügt, kann eventuell auf ein Gefrierfach im Kühlschrank verzichten. So spart man 30% Strom die durch das oft nicht ausreichend genutzte Gefrierfach ein.

• Null-Grad-Zone: Die so genannte 0°C-Zone -auch als „Biofresh“ oder „Vitafresh“ bezeichnet- ist ein bestimmter Bereich im Kühlschrank, in dem es konstant nahe null Grad kalt ist. Laut Herstellerangaben sollen die Lebensmittel, die dort gelagert werden, bis zu drei Mal länger frisch bleiben. Allerdings verbrauchen diese Zonen auch mehr Energie, da das Volumen auf eine niedrigere Temperatur gekühlt wird. !!!Geräte mit einer solchen Zone dürfen bei gleicher Energieeffizienzklasse mehr Energie verbrauchen. Daher lohnt es sich beim Vergleich mit anderen Bauarten -ohne Null-Grad-Zone- auf den Energieverbrauch zu achten!

Nach dem Sie sich für die Bauart entschieden haben sollten Sie das Gerät nach folgenden Kriterien aussuchen

• Kaufen Sie hocheffiziente Geräte aus den Oekotopten-Listen, die bei der Effizienzklasse mit A+++ markiert sind. Diese sind ca. 60% effizienter als übliche A-Geräte (gemäß Energieetikette). Falls Händler Restbestände alter A-Geräte zu besonders attraktiven Preisen verhökern, sollten Konsumenten standhaft bleiben. Die Kosten, die eventuell beim Kauf gespart werden, kehren im Laufe der Jahre auf der Stromrechnung zurück.

• Sorgen Sie für genügend Be- und Entlüftung des Geräts und beachten Sie die Wandabstände gemäß der Angaben des Herstellers. Decken Sie Lüftungsöffnungen und -gitter nicht ab und entstauben Sie sie regelmäßig. Ein Teil der Gefriergeräte hat keine außen liegenden Kühlschlangen, sondern gibt die Wärme über eine Gerätewand ab. In diesen Fällen sollten Sie -wenn möglich- das Gerät so aufstellen, dass die Luft an dieser Wand vorbei streichen kann.

• Bevorzugen Sie bei freistehenden Geräten solche mit Klimaklasse SN, damit die Geräte auch bei kühlen Umgebungstemperaturen (ab +10 °C) optimal funktionieren. Je kühler der Standort des Geräts, desto geringer der Stromverbrauch.

• Die Klimaklassen sind auf dem Typenschild und in der Warendeklaration ersichtlich.

o Klimaklasse SN:Umgebungstemperaturen von +10°C bis +32°C

o Klimaklasse N:Umgebungstemperaturen von +16°C bis +32°C

o Klimaklasse ST:Umgebungstemperaturen von +18°C bis +38°C

o Klimaklasse T:Umgebungstemperaturen von +18°C bis +43°C •

Die Gefrierfächer sind durch Sterne (oder Eiskristalle) im Emblem eines Kühlschranks gekennzeichnet. Die Anzahl der Sterne beschreibt die erreichbaren Temperaturen des Eisfachs, unabhängig von der Kühlschranktemperatur. Die Temperaturen und die Einsatzbereiche ergeben sich wie folgt:

Technische Erklärungen

 

Der Standort

Die Suche nach einem möglichst kühlen Standort lohnt sich. Pro Grad Temperaturerhöhung steigt der Stromverbrauch um rund drei Prozent. Die Platzierung neben Heizkörper, Herd, Backofen, Spülmaschine oder direkte Sonnenbestrahlung verursacht unnötig hohen Stromverbrauch. Je kühler der Standort des Geräts, desto geringer der Stromverbrauch. Idealerweise wird ein Kühlschrank fernab von Wärmequellen an einer Außenwand platziert. Allerdings darf ein Kühlschrank nicht ins Freie oder in sehr kalten Räumen aufgestellt werden. Liegt die Umgebungstemperatur unter der Mindesttemperatur, die ein Hersteller vorgibt, ist ein umweltschonender Betrieb ebenso wenig möglich, wie bei zu warmen Temperaturen, da der Energieverbrauch steigt. Wird beispielsweise die Substanz im Kühlkompressor zähflüssig, weil die Umgebung zu kalt ist, könnte sogar das Gerät stark beschädigt werden.

In diesem Zusammenhang sind die schon vorhin erwähnten Klimaklassen ausschlaggebend. Sie geben Auskunft darüber wo Kühlschränke idealerweise aufgestellt werden. Die Klimaklassen N und SN sind hierzulande gängig. Bei der Umgebungstemperatur ist zusätzlich wichtig, dass die Mindesttemperatur über einen längeren Zeitraum nicht unterschritten wird.

Energiesparen durch richtige Nutzung

• Keine warmen Speisen in Kühl- oder Gefriergeräte stellen, zuerst gut abkühlen lassen.

• Kühl- und Gefriergeräte nur kurze Zeit öffnen. Schließen Sie die Tür auch währendem Sie sich ein kaltes Glas Milch aus dem Kühlschrank ins Glas füllen. Gutes Sortieren erspart langes Suchen.

• Gerade aus dem Kühlschrank entnommene Lebensmittel, wie Butter, Milch oder Marmelade, sofort nach dem Essen zurückstellen. Um die Produkte von Zimmertemperatur wiederum abzukühlen wird viel Energie verbraucht. Hinzu kommt, dass die Haltbarkeit der Produkte darunter leidet.

• Türdichtungen überprüfen. Das Dichtungsgummi von Kühl- und Gefriergeräte kann mit der Zeit spröde werden womit die Dichtungsleistung nachlässt. Kälte entweicht und verursacht häufig zusätzliche Kosten. Denn ein unerwünschter Luftaustausch zwischen Umgebung und Innenraum sorgt für massiven Energieverlust. Undichte Gefrierschrank-Türen entdecken Sie, indem Sie eine eingeschaltete Taschenlampe ins Gerät legen. Im abgedunkelten Zimmer sieht man an undichten Stellen Licht durchdringen. Eine beschädigte Dichtung sollte schnellstmöglich ersetzt werden.

• Gefrorenes soll zum Abtauen in den Kühlschrank gesetzt werden. Durch die zurückgewonnene Kälte verbraucht der Kühlschrank weniger Strom und es bilden sich keine Keime auf den abtauenden Lebensmitteln. Die dabei frei werdende Kälte kühlt die übrigen Lebensmittel automatisch mit.

• Auch wenn der Kühlschrank auf eine bestimmte Temperatur eingestellt wird, herrscht dort nicht überall dieselbe Temperatur. Lagern Sie deshalb sinnvoll.

Empfehlungen sind:

-Oben im Kühlschrank: Produkte, die nicht so viel Kühlung brauchen oder streichfähig bleiben sollen – z.B. Hartkäse, bereits gekochte Lebensmittel, geräucherte Waren, Kuchen, angebrochene Feinkostsalate oder Produkte mit der Aufschrift „nach dem Öffnen kühl lagern“.

-In der Mitte: Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Frischkäse, Pudding, Milch oder Sahne.

-An der Rückwand nahe dem Verdampfer und unten auf der Glasplatte: Relativ leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Fisch und Eierspeisen. Gegarte Speisen halten hier zwei Tage länger als auf den übergeordneten Ebenen, denn hier ist es am Kältesten.

-In das untere Gemüsefach: Obst und Gemüse.

-Die Türfächer: Für die vorgesehenen Getränke, Eier, Butter, Marmelade, Saucen, Tuben und Dressings genutzt werden. Sie sind etwa zwei Grad wärmer als die Gitterroste oder Glasplatten in diesem Bereich.

-Vorn im Kühlschrank ist es zudem durch das Öffnen der Tür wärmer als hinten an der Kühlschrankwand.

-Bei so genannten No-frost-Geräten herrschen weitgehend gleiche Temperaturen im Innenraum. Alle Lebensmittel können an beliebiger Stelle einsortiert werden. Zur besseren Übersicht empfiehlt es sich aber auch hier, die Lebensmittel nach Gruppen sortiert einzuräumen.

-Lassen Sie die Luft zirkulieren. Lagern Sie nur so viele Lebensmittel in Ihrem Kühlschrank, dass die Luft noch gut zirkulieren kann. So können alle Produkte ausreichend gekühlt werden.

• Gönnen Sie ihrem Kühlschrank Urlaub: Wenn Sie für längere Zeit nicht zu Hause sind, lassen Sie ihn auf kleinster Stufe laufen oder schalten Sie ihn ganz aus: Einfach ausräumen, abtauen und Tür offen stehen lassen – das vermeidet Schimmelbildung.

 

Fachgerechte Entsorgung des alten Gerätes

Lassen Sie Ihr altes Kühl- oder Gefriergerät unbedingt fachgerecht entsorgen. Gerade bei älteren Geräten, die noch die klimarelevanten und teilweise Ozon abbauenden FCKW oder FKW enthalten, ist dies sehr wichtig um zu verhindern, dass diese Stoffe in die Atmosphäre gelangen. Eine weitere Variante: Fragen Sie den Händler, ob er das alte Gerät mitnehmen kann, wenn er die neue bringt. Weitere Infos unter www.sdk.lu: Beratung, Einsammlung und umweltgerechte Entsorgung für Bürger und Betriebe in Luxemburg

 

Infoplus

Publikationen

• Die Energieetikette für Kühl- und Gefriergeräte:

Normen und Labels

• www.energieetikette.ch: Die energieEtikette für Haushalt, Beleuchtung und Personenwagen in der Schweiz.

• www.stromeffizienz.de : Energiespartipps und Informationenen zum EU-Label

Links

• www.ecotrel.lu: Gemeinnütziger Verein, welcher das Einsammeln und das Recycling elektronischer Geräte in ganz Luxemburg übernimmt

• Die Energieetikette für Kühl- und Gefriergeräte: www.energieetikette.ch: Die energieEtikette für Haushalt, Beleuchtung und Personenwagen in der Schweiz.

• www.stromeffizienz.de : Energiespartipps und Informationenen zum EU-Label

• www.sdk.lu: Beratung, Einsammlung und umweltgerechte Entsorgung für Bürger und Betriebe in Luxemburg

Info für Hersteller und Anbieter

Bitte melden Sie uns allfällig zusätzliche Geräte, welche die OekoTopten-Kriterien erfüllen: oeko(at)oekotopten.lu

Letzte Änderung: 27.10.2015