News Drucken PDF
26.01.2018

Zähfluss in der Entwicklung umweltschonender Autos

Seit der Aufdeckung des Abgasskandals vor zwei Jahren scheint die Entwicklung bei Verbrennungsmotoren stillzustehen. Bis auf einen Softwareaustausch tat sich wenig.

Die von Umweltverbänden geforderte Transparenz bei den Emissionswerten scheint bei den Herstellern weiterhin keine Priorität zu genießen. Neben den Daten der üblichen Messverfahren fehlt es weiterhin an Informationen über Stickoxide – sind es jedoch genau diese Angaben, die den Abgasskandal ins Rollen brachten.

 

Seit dem 1. September 2017 gelten neue Abgasnormen für Autos (Euro 6c beziehungsweise Euro 6d-TEMP). Die Emissionsgrenzwerte werden in einer ersten Phase mit EUR 6c zwar nicht herabgesetzt, jedoch werden die Fahrzeuge unter strengeren Bedingungen getestet. Mit der Euro 6d Norm wird ein neues Messverfahren (WLTP) eingeführt, welches näher an der Praxis liegen soll als das bisherige Verfahren (NEFZ). Wesentlich vielversprechender werden jedoch erst die Resultate der Messungen unter praktischen Fahrbedingungen (Abgasnorm Euro 6d-TEMP) sein. Mehr Informationen bezüglich der neuen Messverfahren erhält man unter www.wltpfacts.eu

 

 

 

 

 

 

 

Für den Verbraucher ändert sich demnach nur Folgendes - Der deklarierte Verbrauch und die angegebenen CO2-Emissionen werden sich – aufgrund der geltenden Testverfahren für Modelle, die schon vor September 2017 auf den Markt kamen, erhöhen. Die Daten der neueren Messverfahren müssen allerdings erst 2019 in den Katalogen angegeben werden.

In Erwartung einer Weiterentwicklung auf dem Markt der Elektroautos werden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren wohl auch noch in den nächsten Jahren den globalen Automarkt beherrschen. Demnach ist es wichtig, dass die Hersteller jetzt Lösungen für die aktuell hohen Stickoxidwerte bei Diesel-Fahrzeugen präsentieren. Den Konsumenten auf kommende Elektro- und Hybridmodelle zu vertrösten, lenkt vielleicht vom Abgasskandal ab, bringt jedoch der Umwelt und der Gesundheit der Menschen im Besonderen in den Städten und Ballungsgebieten augenblicklich nicht viel.

An den Auswahlkriterien der Autolisten von Oekotopten.lu hat sich seit letztem Jahr wenig geändert – listet dieses Portal doch die am wenigsten umweltschädlichen Modelle auf. Wie im Vorjahr müssen alle noch aufgelistete Diesel-Modelle zwingend über die AdBlue-Technologie verfügen. Aufgrund dieser strengen Kriterien ist die Anzahl der in Oekotopten angeführten Diesel-Fahrzeuge überschaubar. Mit Ausnahme der Oberklasse und den Vans dürfen die CO2-Emissionen nicht über 90 g/Km liegen (wobei sich Oekotopten.lu auf die Daten der Hersteller verlassen muss).

Weiterhin werden keine SUV in den Listen von Oekotopten.lu aufgeführt. Obwohl auch in diesem Segment Hybrid- und sogar schon elektrisch angetriebene Modelle zu finden sind, verbrauchen sie im Vergleich zu normalen PKWs aufgrund ihres Gewichts und des größeren Luftwiderstands mehr Energie. Auch trägt dieses Wettrüsten unter Autofahrern dazu bei, dass Verkehrsinfrastrukturen, Parkraum und Sicherheitsstandards immer mehr belastet werden und an ihre Grenzen stoßen.

Entwicklungen zeigen sich bei den Elektroautos. In den letzten 2 Jahren haben diese an Autonomie gewonnen. Diese positive Entwicklung zeigt sich ebenfalls bei den Plug-In Hybriden (Plug-In Hybride electric vehicle - PHEV). Wie auch klassische Hybridfahrzeuge, welche nicht per Steckdose aufladbar sind, haben diese doppelten Motorisierungen bekanntlich kein Problem mit eingeschränkter Autonomie der Batterie. Durch das Aufladen per Steckdose benötigen Plug-In Hybride zudem erfreulicherweise weitaus weniger fossilen Kraftstoff.

Die Oekotopten-Liste ist in 7 Autoklassen unterteilt – Kleinstwagen, Kleinwagen, untere Mittelklasse, Mittelklasse, Oberklasse, Kompakt-Van und Van. Die CO2-Emissionen der aufgelisteten Modelle bestimmen dabei automatisch die Reihenfolge in den jeweiligen Listen. Wie gewohnt kann der Konsument seine persönliche Rangliste aber auch nach eigenen Prioritäten aufrufen (nach Hersteller, Verbrauch, Motorleistung, …).

Bei der Aktualisierung sind alle Autos in der Liste gekennzeichnet, bei denen die Käufer in den Genuss einer Steuerermäßigung kommen. Neben den Elektroautos gilt dies seit Anfang Januar ebenfalls für Hybridelektrofahrzeuge, die nicht mehr als 50 g CO2 / km emittieren. Erhält man einen Steuerfreibetrag von 5000 Euro für den Kauf eines Elektrofahrzeugs, so beläuft sich dieser für einen Plug-In Hybride auf 2500 Euro.

 

Für weitere Informationen über die Steuerfreibeträge einfach hier anklicken

 

 

Eine direkte Kaufempfehlung erhalten Sie auf www.oekotopten.lu weiterhin nicht. Wir verweisen auch dieses Jahr darauf, dass bezüglich des wachsenden Verkehrs und zunehmenden Staus der öffentliche Transport, bzw. die sanfte Mobilität die beste Wahl hin zu einer umweltschonenderen Mobilität ist.